Nach der letzten Saison, die für den HC Kriens-Luzern mit dem erstmaligen Gewinn des Schweizermeister Titels die erfolgreichste der Clubgeschichte war, gab es einige personelle Veränderungen. Nebst dem Wechsel auf dem Cheftrainer-Sessel von Thomas Zimmermann zu Andy Schmid und den aufgerückten Nachwuchstalenten aus der SG Pilatus, fanden mit Lukas Herburger (K), Mykola Bilyk (RL), Kristian Pilipovic (T), Moreno Car (T) und Justin Müller (RM) namhafte Neuzugänge den Weg in die Innerschweiz.
Die Neuzugänge stiessen aus der Bundesliga, vom amtierenden European-Cup Sieger und vom Schweizer Serienmeister der letzten Jahre zum HC Kriens-Luzern. Es ist keine Frage, die fünf sympathischen Spieler sind eine Verstärkung auf der Mission «Champions Leage» und sie sind eine grosse Bereicherung für den ganzen HCKL. Dies scheint gegenseitig zu sein, denn alle fünf haben sich auf Anhieb wohl in der Mannschaft und der Region gefühlt, wie sie im Gespräch verraten:
Wo kommst du her?
Lukas Herburger (31): Angefangen Handball zu spielen habe ich in Hard am Bodensee. Dort bin ich aufgewachsen und habe meine Jugendzeit verbracht. Danach ging ich zu den Kadetten Schaffhausen und hatte eine schöne und erfolgreiche Zeit. Ich glaube, das hätte ich nicht erwähnen müssen, das wissen hier so ziemlich alle (lacht). Nach sechs Jahren wechselte ich zu den Füchsen Berlin. Es waren zwei wunderschöne und ganz coole Jahre, die für mich extrem bereichernd waren. Und jetzt freue ich mich, hier in Kriens sein zu dürfen.
Mykola Bilyk (29): Seit 2016 war ich beim THW Kiel, nachdem ich meine Jugend in Wien bei den Fivers Margareten verbracht habe. In Kiel habe ich als Spieler eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit verbracht und auch sonst verbinde ich mit der Stadt viele schöne Momente. Ich habe mit meiner Frau eine Familie gegründet und unsere Kinder sind dort geboren. Der HCKL ist nun mein nächster Schritt, ein Perspektivenwechsel und ich freue mich sehr darauf, hier zu sein.
Kristian Pilipovic (31): Ich komme aus Kroatien, bin aber in Wien aufgewachsen. Zuerst spielte ich bei den Fivers in Maragreten, bevor ich via Nexe Nasice (CRO) zu den Kadetten Schaffhausen kam. Dort blieb ich - mit einem kurzen Unterbruch bei Wisla Plock (POL) - während sieben Jahren. Im letzten Sommer wechselte ich zu GRK Ohrid (MRK) und konnte mit dem Team den European Cup gewinnen. Es folgte ein kurzer Abstecher nach Saudi Arabien zu Khaleej.
Moreno Car (30): RK Porec (CRO) war mein erster Verein nach der Jugendzeit. Aufgewachsen bin ich in einer kleinen Stadt ausserhalb von Rijeka in Kroatien. Mein nächster Verein war Nexe Nasice, wo ich 7 Jahre blieb. In der letzten Saison kam es zu einem 8-monatigen Engagement bei den Kadetten Schaffhausen und nun bin ich hier beim HC Kriens-Luzern.
Justin Müller (30): Ich komme aus Düsseldorf, da bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Zunächst habe ich lange bei TUSEM Essen gespielt und wechselte dann nach Dänemark. Zuletzt war ich bei Wetzlar in der Bundesliga. Meine Frau und ich wollten eigentlich wieder in die Heimat zurück und ich hätte dann bei Krefeld gespielt. Wie es im Leben so ist, werden gewisse Pläne plötzlich wieder neu geschmiedet und jetzt bin ich hier bei Kriens-Luzern. Klar mussten wir uns das gut überlegen, aber wir haben grosse Lust auf das Abenteuer hier.
Weshalb hast du zum HC Kriens-Luzern gewechselt?
Lukas Herburger: Es ist das Projekt hier. Nik Tominec kam schon sehr früh auf mich zu und hat mich für Kriens begeistert. Was ich gehört habe, hat mir sehr gut gefallen. In der Schweiz habe ich mich schon zuvor bei Schaffhausen wohl gefühlt. Als ich dann die Halle und die vielen motivierten Menschen im Verein gesehen habe, freute ich mich darauf. Wegen den vielen Wechseln wird es Zeit brauchen, bis wir eingespielt sind. Wir haben viele PS in der Mannschaft und die müssen wir möglichst schnell auf die Strasse kriegen. Schlussendlich werden wir ganz geile Spiele und Siege in dieser Halle feiern.
Mykola Bilyk: Mir haben das Projekt und die Ambitionen des Vereins gefallen. Der Verein ist meiner Meinung nach in den letzten Jahren gesund gewachsen und hat in jedem Bereich einen Schritt nach vorne gemacht. Klar, es ist auch ein neues Abenteuer in einem anderen Land. Es ist ein unglaublich schönes Land, das gewisse Sicherheit bietet. Das spielte auch eine grosse Rolle für meine Familie und mich als Vater. Sportlich gesehen gibt es viele Punkte, weshalb ich hierhergekommen bin. Kurz gesagt, hat das Gesamtpaket gepasst. Im Nachhinein kommt sogar noch die Champions League dazu. Ich wusste, dass der Verein dahin strebt, aber dafür, dass es so schnell funktioniert hat, gilt den Jungs, die das letzte Saison erarbeitet haben, ein grosser Dank.
Kristian Pilipovic: Es ist ein spannendes Projekt, auf das ich richtig Bock habe. Ich möchte ein Teil davon sein und dazu beitragen, dass es erfolgreich weitergeht.
Moreno Car: Der HC Kriens-Luzern war meine erste Option und ich wollte auf dem höchsten Niveau und in der Champions League spielen. Die neue Halle mit den vielen Leuten ist grossartig. Obwohl wir mit Schaffhausen im zweiten Finalspiel verloren haben, war es super hier in der vollen Halle zu spielen.
Justin Müller: Sportlich gesehen, war es schon die Möglichkeit, in der Champions League zu spielen. Wenn man dazu die Chance hat, dann muss man sie ergreifen.
Erste Eindrücke?
Lukas Herburger: Mein erster Eindruck ist top, top. Ich freue mich extrem auf die Zeit hier und auf die Leute im Verein und die Mitspieler. Bislang habe ich wegen dem Umzug noch nicht viel von der Stadt gesehen, aber ich weiss von meinen vielen Schweizer Freunden, dass Luzern die schönste Stadt der Schweiz ist.
Mykola Bilyk: Die ersten Eindrücke sind sehr positiv und so, wie ich es mir vorgestellt habe. Es gibt einige Sachen, an die ich mich noch gewöhnen muss, weil es anders ist. Eine neue Stadt, neue Leute, andere Umgebung. Das bracht immer ein wenig Zeit, aber ich bin sicher, dass das schnell geht. Die Mannschaft ist top und die Jungs sind mega gut drauf. Ich bin sehr zuversichtlich, dass es nicht schwierig sein wird, hier Fuss zu fassen und ich freue mich auf das, was diese Saison sportlich auf uns zukommt.
Kristian Pilipovic: Ich habe die letzten sieben Jahre oft gegen den HCKL gespielt und die Entwicklung, die dieser Verein gemacht hat, ist unglaublich. Beispielsweise von der Krauerhalle zu dieser Bombenarena. Es ist hier alles auf einem sehr hohen und professionellen Niveau. Ich bin zwar erst ein paar Tage da, aber ich spüre «good vibes» in der Mannschaft. Es fühlt sich sehr gesund an und die Chemie im Team stimmt jetzt schon. Das sind wichtige Faktoren, um erfolgreich zu sein.
Moreno Car: Obwohl einige neue Spieler dazu gekommen sind, haben wir jetzt schon eine gute Chemie im Team. Die Stimmung ist perfekt. Ich kannte bereits Marin Sipic, da wir zusammen bei Nexe gespielt haben und mit Kristian Pilipovic habe ich im kroatischen Nationalteam gespielt. Die ersten Tage im Training waren super.
Justin Müller: Es ist ein super Eindruck. Wir lernen uns laufend besser kennen und die Jungs sind super. Ich fühlte mich von Anfang an willkommen hier. Die Infrastruktur ist sehr professionell und das schätze ich sehr. Und klar, die Stadt ist ein Traum. Wenn die Sonne scheint, dann geht’s nicht viel besser.
Deine Rolle im Team?
Lukas Herburger: Ich bin gut darin, Leute zusammen zu bringen und zu schauen, dass wir eine gute Stimmung im Team haben. Als Team kann man viel mehr erreichen, wenn man sich auch ausserhalb des Spielfelds miteinander versteht und mal was gemeinsam macht. Nur wenn man weiss, wie der andere tickt und sich versteht, geht man in nicht so geilen Situationen trotz Müdigkeit nochmals füreinander über einen Berg. Meine Rolle wird auch sein, die Abwehr in die Hand zu nehmen, um eine gewisse Härte hineinzukriegen. Ich werde die Jungs, die mit mir in der Abwehr stehen pushen und ihnen zeigen, dass nicht nur Tore werfen, sondern auch Abwehr spielen Spass machen kann.
Mykola Bilyk: Ich war lange im Ausland und hatte das Privileg, in der stärksten Liga der Welt bei einem sehr grossen Verein spielen zu dürfen. Ich habe viel gelernt und möchte hier zum Erfolg beitragen. Ich möchte Verantwortung übernehmen und meine grossen Erfahrungen weitergeben, nicht nur auf, sondern auch abseits des Spielfeldes. Dafür bin ich gekommen.
Kristian Pilipovic: Ich habe heute erfahren, dass ich der älteste Spieler bin, das hat mich für einen Moment schwer getroffen (lacht). Es gibt viele junge Spieler im Team und denen muss man helfen, die nötige Ruhe zu finden, schauen, dass sie nicht ausbrennen. Diese Unterstützung sehe ich als einen Teil meiner Aufgabe. Es wartet die Champions League auf uns und das sind alles grosse Spiele. Mit Lukas, Mykola und Marin haben wir Spieler, die bereits auf hohem Niveau gespielt haben, dennoch ist es meine Rolle als erfahrener Torhüter, Ruhe und Sicherheit reinzubringen.
Moreno Car: Ich bin 30 Jahre alt und Torhüter. Mit Lou Wey haben wir einen guten jungen Torhüter für die Zukunft. Ich möchte meine Erfahrungen an ihn weitergeben und ihn unterstützen. Zu meiner Rolle gehört, dass ich alles daran setze, um mit dem Team die Ziele des Vereins zu erreichen.
Justin Müller: Ich hoffe, dass ich meinen Beitrag zum Erfolg leisten kann. Ich möchte die Jungen und Erfahrenen unterstützen, aber ebenso von den anderen Spielern profitieren können. Ich glaube, dass wir zusammen etwas bewegen können.
Autor: Martin Kaufmann