Am Ende ging der Mannschaft von Andy Schmid bei den heissen Temperaturen in der Harder Sporthalle die Kräfte aus gegen einen stark auftretenden THW Kiel, der nahezu mit der Stammformation ins Endspiel startete. Die Gäste aus der Innerschweiz hatten den einen oder anderen angeschlagenen Spieler zu beklagen, machten ihre Sache jedoch lange Zeit gut. Eine Tempoverschärfung der Norddeutschen nach dem Pausentee liess den Rückstand für die Blauweissen weiter anwachsen, bei der Schlusssirene betrug die Differenz zehn Einheiten. «Wir dürfen dennoch auf zwei gute Turniertage zurückblicken und sind zufrieden», bilanzierte der HCKL-Cheftrainer vor der Heimreise.
Lemgo-Sieg kostete Kraft und Tribut
Der Semifinal-Erfolg über Lemgo brachte nicht nur den Einzug in den Final gegen den THW Kiel mit sich. Marko Milosavljevic musste sich verletzt abmelden, und auch beim einen oder anderen machten sich leichte Blessuren bemerkbar. Schnell erhöhten die Zebras nach dem Anwurf auf 3:0, doch die Innerschweizer stellten den Anschluss wieder her – und gingen nach einer Viertelstunde sogar in Führung. Taktisch setzte der Schweizer Meister auf ein 7 zu 6, dennoch drehte Kiel das Geschehen bis zur Pause und trat die 15-minütige Trinkpause mit einer verdienten 20:17-Führung an.
Spielfreudiges Kiel souverän zum Turniersieg
Nach dem Seitenwechsel drückte der Favorit aus dem Norden aufs Gaspedal und schärfte die Konturen mit fortdauernder Spieldauer. Im THW Kasten ersetzte Nationalgoalie Andreas Wolff seinen spanischen Teamkollegen Gonzalo Pérez de Vargas, und der deutsche Welttorhüter brachte die nun junge Krienser Equipe mit seinen Interventionen zur Verzweiflung. Die Frage nach dem Sieger stellte sich nicht mehr, sowohl die hohen Temperaturen wie auch die schwindenden Kräfte taten ihr Übriges. Dennoch zeigte sich Andy Schmid zufrieden: «Wir sind auf zwei Top-Teams aus der Bundesliga getroffen, haben eines davon besiegt und auch gegen Kiel eine ansprechende 1. Halbzeit gezeigt.» Weiter lobte der neue HCKL-Cheftrainer die Entwicklung und den Stand der strengen Vorbereitung. Der HC Kriens-Luzern bedankt sich bei ALPLA Hard für die Einladung an den diesjährigen Sommercup sowie für die überragende Gastfreundschaft und perfekte Organisation.
Bereits am kommenden Samstag testen die Blauweissen gegen den nächsten Bundesligisten. Dann ist der HCKL an der Saisoneröffnung bei Frisch Auf in Göppingen zu Gast - und will wieder auf die Erfolgspur einbiegen.
Telegramm
HC Kriens-Luzern - THW Kiel 26:36 (17:20)
Sporthalle am See Hard (AUT) | 2300 Zuschauende (ausverkauft)
HC Kriens-Luzern
Car (23%), Pilipovic (23%); Aellen (1), Wolfisberg (1), Epp (2), Oertli (2), Sipic (5), Bader (0), Schelker (6), Herburger (3), Justin Müller (3), Theiler (0), Bilyk (1)
Bemerkungen
HCKL ohne B. Zimmermann, Fuchs, (abwesend), Milosavljevic, Jerome Müller, Fuchs, Schlumpf und Idrizi (alle rekonvaleszent)
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Halbfinal
Am diesjährigen ALPLA Sommercup im österreichischen Hard traf der HC Kriens-Luzern im Halbfinale auf den TBV Lemgo-Lippe und damit auf ein Topteam aus der Deutschen Bundesliga. Mit Samuel Zehnder, Joel Willeke und dem ehemaligen Krienser Levin Wanner spielen gleich drei Schweizer Nationalspieler im Team von Florian Kehrmann. Andy Schmid musste nebst den rekonvaleszenten Ramon Schlumpf und Amar Idrizi auf die angeschlagenen Jerome Müller, Quentin Fuchs sowie den abwesenden Ben Zimmermann (U19 EM) verzichten.
In Abwesenheit der beiden nominellen rechten Rückraumspieler startete der HC Kriens-Luzern mit Marko Milosavlijevic auf dieser Position und Valentin Wolfisberg am linken Flügel. Dieser konnte sich bereits im ersten Angriff beweisen, scheiterte aber am Pfosten. Es blieb nicht der einzige Fehlwurf der Krienser, und so stand es nach 5 Minuten bereits 0:3 für Lemgo. Doch der HCKL fing sich schnell und fand mit dem ersten Treffer von Nils Epp ins Spiel. Die Verteidigung stand nun offensiver und stellte die Angreifer von Lemgo vor eine Herausforderung. Das Spiel blieb zunächst ausgeglichen, mit zunehmend leichten Vorteilen für die Krienser. Nach 20 Minuten gelang die erste Zwei-Tore-Führung. In dieser Phase des Spiels überzeugte der HCKL nicht nur offensiv, sondern auch durch die aggressive und konsequente Deckungsarbeit in der Verteidigung, zudem machte Kristian Pilipovic im Tor mit mehreren Big Saves einige Lemgoer Topchancen zunichte. So konnte der HC Kriens-Luzern mit einer 15:13 Führung in die Pause gehen.
Der zweite Durchgang begann ohne grosse Änderungen in der Aufstellung. Die Krienser machten da weiter, wo sie die erste Hälfte aufgehört haben. Die überzeugende Verteidigungsarbeit und die tiefe Fehlerquote brachten den HCKL bis zur 40. Minute mit drei Toren in Front. Als die Krienser auf +5 erhöhten, sah sich Lemgo-Lippe zu einem Torhüterwechsel von Domenico Ebner zu Constantin Möstl gezwungen. Dieser Wechsel zeigte Wirkung, und der österreichische Nationaltürhüter brachte sein Team zurück ins Spiel. Wegen der Schwächephase des HCKL schmolz der komfortable Vorspung zusehends, der Anschlusstreffer zum 25:24 in der 50. Minute war die logische Konsequenz. Andy Schmid zog das Time-Out und wechselte rechte Angriffsseite durch. Tatsächlich fand der HCKL dadurch zurück in die Spur. Von nun an gestaltete sich die Partie auf Messers Schneide, und das Trainingsspiel entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Beide Seiten kämpften voller Emotionen um den Sieg. Wer nach 55 Minuten und der Krienser Drei-Tore-Führung (29:26) erneut mit dem Sieg rechnete, sah sich wiederum getäuscht. Eine Zeitstrafe gegen Jonas Schelker und der Anschlusstreffer brachte die Spannung zurück. Es sollte der grosse Moment von Kristian Pilipovic werden. Zunächst zeigte er gleich drei Big Saves in Folge, und als Justin Müller nach 29 Minuten zum 28:30 einnetzte, schien das Spiel endgültig entschieden zu sein; doch es sollte nicht sein. Mit dem letzten Angriff und dem regelwidrig verhinderten Gegenstoss, bot sich für Lemgo-Lippe in der allerletzten Sekunde die Ausgleichschance per Penalty, die Kristian Pilipovic souverän abwehrte.
Der HC Kriens-Luzern spielt am Samstag ab 18:30 im Final gegen Kiel, das dem Lokalmatadoren im zweiten Seminfinal schlcihtweg keine Chance liess.
Telegramm
HC Kriens-Luzern - TBV Lemgo Lippe 30:29 (15:13)
Sporthalle am See Hard (AUT) | 1800 Zuschauende
HC Kriens-Luzern
Car (0%), Pilipovic (33%); Aellen (0), Wolfisberg (0), Epp (4), Milosavljevic (4), Oertli (0), Sipic (9), Bader (0), Schelker (2), Herburger (0), Justin Müller (3), Theiler (0), Bilyk (8)
Bemerkungen
HCKL ohne B. Zimmermann, Fuchs, (abwesend), Jerome Müller, Fuchs, Schlumpf und Idrizi (alle rekonvaleszent)
Photo
zvg ALPLA Hard